Pressemitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung

Syke. "Wir gehen morgens in die Schulen und reden mit den Schülern und abends präsentieren wir die Ergebnisse Eltern und Lehrern", erläutete Moritz Becker von Smiley.  Und tat dies auch am Dienstagnachmittag bei einer Fortbildung für Lehrer in der Hacheschule Syke, die der GEW Kreisverband Diepholz organisiert hatte.  Unter dem Titel "Jugendliche bei WhatsApp, Facebook und Instagram: Was geht das Schule an" wurden die Teilnehmer in die Medienwelt der Teenager Lisa und Max eingeladen, die als überlebensgroße Figuren dem Sozialpädagogen und Eltern-Medientrainer zur Seite standen. "Wenn wir nicht weiter wissen, fragen wir Max und Lisa", so Becker, der zusammen mit seinen Kollegen von Smiley im Jahr über 1000 Schulen besucht und auch oft um Hilfe und Beratung gebeten wird, bei Themen wie CyberMobbing oder exzessiver Mediennutzung. Aber Becker wollte keinen "Frontalvortrag" abhalten sondern die Teilnehmer mit einbeziehen, die aufgefordert wurden sich eine Karte vom Boden auszusuchen. "Viel nackte Haut, viele Likes", "Ich verstehe Instagram nicht", "die E-Mail ist tot", "Ohne WhatsApp verpasse ich nichts im Leben", lauteten Aussagen auf den Karten und wurden mit Sorgfalt von den Lehrerinnen und Lehrern ausgewählt und später vor gestellt. 



Den Anfang machte der Referent selbst mit der Aussage: "WhatsApp ist praktisch", dem sich eine Teilnehmerin anschloss mit der Aussage: "WhatsApp ist der neue Schulhof". Die Gegenpositionen vertraten andere  mit Karten wie "Ohne WhatsApp verpassen ich nicht mein Leben", die eine lebhafte Diskussion in Gang setzten über "Fluch und Nutzen" des Internets und Umgang von Lehrern, Pädagogen und Erzieherinnen mit den daraus resultierenden Problemen. Becker hatte viele Beispiele aus der Praxis parat, wie der einer dreizehnjährigen Schülerin, die  es nach Nächten im Chat, die von abends um neun Uhr bis morgens um fünf Uhr gingen, nicht mehr in die Schule schaffte. Spannend wurde es als Becker die Ursachen beleuchtete: Seit seiner Kindergartenzeit immer ausgegrenzt, weil rothaarig und übergewichtig, hatte das Mädchen endlich im Internet 20 Freunde gefunden. Diesen wurde geholfen bei Problemen mit Eltern, in Partnerschaften und so sei dem Mädchen das erste Mal im Leben Anerkennung zu teil geworden dank einer Chatgruppe im Internet, die ihre Isolation beendete. Viel Raum nahm das Thema Datenschutz ein. "Ich glaube nicht, dass Kinder in der Grundschule einschätzen können, was sie preisgeben und posten dürfen und was nicht", so eine Grundschullehrerin und wurde in dieser Beurteilung von Becker unterstützt: "Bis zu einem gewissen Alter ist es Aufgabe der Eltern die Verantwortung dafür zu übernehmen", so der Referent. Bei Mittel- und Oberstufenschülern sei die Medienkompetenz dann schon ausgeprägter, in dieser Altersstufe sorgten  vielmehr Störungen im Klassenverbund für so bekannte Auswirkungen wie CyberMobbing oder Shitstorm. "Wenn die Wirklichkeit nicht funktioniert weil sie durch ungelöste Konflikte belastet ist, dann wird es durch WhatsApp, Facebook und Instagram schlimmer, wenn der Zusammenhalt in der Klassen stimmt, dann finden die Schüler Mittel und Wege CyberMobbing und andere Probleme zu lösen", so das Fazit des Trainers.